
Am 9. März 2021 brannte ein Rechenzentrum in Straßburg nieder, und Millionen von Daten gingen unwiderruflich verloren. Dieses Ereignis führte eindrücklich vor Augen, dass das Internet keineswegs ein immaterieller Raum ist, sondern eine physische Realität besitzt, die verletzlich ist. Bilder, Videos und Dokumente erscheinen in der Cloud jederzeit verfügbar und sicher gespeichert. Doch der Brand machte sichtbar, wie fragil diese Infrastruktur tatsächlich ist und welche Folgen Datenverluste für persönliche Erinnerungen haben können. Doch welche Daten sind es wirklich wert, gerettet zu werden?
Aus dieser Fragestellung heraus entstand Cold Data. Im Rahmen eines Open Calls wurden Teilnehmende eingeladen, sich mit dem eigenen digitalen Erbe auseinanderzusetzen und ein einziges Bild aus ihrem persönlichen Archiv auszuwählen: jenes Bild, das bewahrt werden sollte, wenn alle anderen Daten verloren gingen. Die eingereichten Bilder und Begründungen wurden auf Diafilm archiviert – einem Speichermedium, das bei entsprechender Lagerung über 1000 Jahre haltbar ist. Cold Data verfolgt das Ziel, ein alternatives Archiv zu schaffen, das persönliche Erfahrungen und individuelle Erinnerungen unabhängig von privatwirtschaftlich betriebenen Speichersystemen bewahrt.
Wenn du ein Bild für die Ewigkeit bewahren könntest – welches wäre es? Und warum?
Über 100 Teilnehmende haben sich bisher an diesem künstlerischen Experiment beteiligt. Die erste Ausgabe, Cloud Unplugged, wurde im März 2025 gezeigt. Das Archiv bleibt offen und wächst weiter: Auch künftig ist eine Teilnahme möglich. Weitere Ausgaben folgen in unregelmäßigen Abständen, sobald genügend neue Einreichungen vorliegen.