About

Im Zentrum meiner künstlerischen Auseinandersetzung stehen architektonische Räume im Spannungsverhältnis zwischen physischer und digitaler Realität. Digitale Netzwerke, Dateninfrastrukturen und technische Systeme prägen zunehmend, wie Räume geplant, genutzt und kontrolliert werden. In meinen Video- und Rauminstallationen mache ich diese Wechselwirkungen sichtbar und untersuche, wie sich technologische Entwicklungen und Machtverhältnisse räumlich manifestieren. Dabei greife ich historische Zukunftsentwürfe ebenso auf wie spekulative Szenarien und Momente ihres Scheiterns. Meine Arbeiten bewegen sich in einem Schwebezustand zwischen dokumentarischer Wirklichkeit und konstruierten, hybriden Räumen.

Meine Video- und Installationsarbeiten entstehen auf der Grundlage intensiver Recherchearbeit. Oft steht die Auseinandersetzung mit konkreten Orten und ihren historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen im Mittelpunkt. Hierbei arbeite ich mit historischen Quellen, eigenen Bild- und Tonaufnahmen, die vor Ort entstehen, oder theoretischen Texten. Dieses dokumentarische Material verbinde ich mit fiktiven Materialien wie Aufnahmen von selbstgebauten Architekturmodellen oder digitalen 3D-Simulationen. Das Modell nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Es befindet sich in einem Aggregatzustand zwischen Entwurf und gebauter Realität, zwischen Vorstellung, Rekonstruktion oder Simulation. Es kann zukünftige Räume vorwegnehmen, vergangene Architekturen wiederauferstehen lassen oder spekulativ fortschreiben. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion. 

Mittels filmischer Montagetechniken entstehen hybride Architektur- und Bildwelten, die in der physischen Wirklichkeit nicht als zusammenhängende Orte existieren. Raumgreifende Installationen aus Klang, Objekten und architektonischen Elementen setzen den filmischen Raum im Ausstellungsraum fort und beziehen die Betrachtenden körperlich in die Arbeit ein. Aktuell richtet sich mein Blick insbesondere auf die Architektur digitaler Infrastrukturen. Serveranlagen erscheinen darin als funktionale Festungen: als stark gesicherte, weitgehend unsichtbare Räume, in denen Daten gespeichert, verwaltet und geschützt werden. An ihnen verdichten sich Fragen nach digitaler Macht, privater Kontrolle und den materiellen Voraussetzungen einer vermeintlich immateriellen Welt.