Am 9. März 2021 brannte ein Rechenzentrum in Straßburg nieder, und Millionen von Daten gingen unwiderruflich verloren. Dieses Ereignis führte eindrücklich vor Augen, dass das Internet keineswegs ein immaterieller Raum ist, sondern eine physische Realität besitzt, die verletzlich ist. Bilder, Videos und Dokumente erscheinen in der Cloud jederzeit verfügbar und sicher gespeichert. Doch der Brand machte sichtbar, wie fragil diese Infrastruktur tatsächlich ist und welche Folgen Datenverluste für persönliche Erinnerungen haben können. Doch welche Daten sind es wirklich wert, gerettet zu werden?
Aus dieser Fragestellung heraus entstand Cold Data. Im Rahmen eines Open Calls wurden Teilnehmende eingeladen, sich mit dem eigenen digitalen Erbe auseinanderzusetzen und ein einziges Bild aus ihrem persönlichen Archiv auszuwählen: jenes Bild, das bewahrt werden sollte, wenn alle anderen Daten verloren gingen. Die eingereichten Bilder und Begründungen wurden auf Diafilm archiviert – einem Speichermedium, das bei entsprechender Lagerung über 1000 Jahre haltbar ist. Cold Data verfolgt das Ziel, ein alternatives Archiv zu schaffen, das persönliche Erfahrungen und individuelle Erinnerungen unabhängig von privatwirtschaftlich betriebenen Speichersystemen bewahrt.
Wenn du ein Bild für die Ewigkeit bewahren könntest – welches wäre es? Und warum?
Über 100 Teilnehmende haben sich bisher an diesem künstlerischen Experiment beteiligt. Die erste Ausgabe, Cloud Unplugged, wurde im März 2025 gezeigt. Das Archiv bleibt offen und wächst weiter: Auch künftig ist eine Teilnahme möglich. Weitere Ausgaben folgen in unregelmäßigen Abständen, sobald genügend neue Einreichungen vorliegen.
Utopia is dead vol. III, Fotografie, Affichenpapier, 800 cm x 150cm, 2023
Die Wandinstallation „Utopia is dead vol. III“ ist die dritte Arbeit aus der gleichnamigen Serie. Jedes Panorama erhält sein eigenes Format, welches sich zu den anderen unterscheidet. Anläßlich des Gottfried Brockmann Preises 2023, wurde das Panorama auf Affichenpapier gedruckt und wie ein Straßenplakat an die gebogene Wand im Eingangsfoyer der Stadtgalerie Kiel plakatiert.
ANOTHER ECOTOPIA, Videoinstallation,Metall, Water, 17:05 min, 2023
Weltweit entstehen über 150 neue Städte in der Planung. Sie behaupten ein Allheilmittel für all unsere aktuellen Probleme wie Überbevölkerung, Umweltverschmutzung oder Klimawandel zu sein. Zu diesen städtischen Megaprojekten zählt u.a. auch "Forest City". Auf vier künstlichen Inseln soll vor der Küste Malaysias ein Paradies entstehen: Eine autofreie Stadt, smart vernetzt und von oben bis unten begrünt – ein wahres Ecotopia? In meiner Videoinstallation ANOTHER ECOTOPIA untersuchte ich kritisch, ob solche neuen Planstädte wirklich zur Lösung unserer Probleme beitragen.
ANOTHER ECOTOPIA ist ein Projekt des DenkRaums der CAU Kiel. Als assoziiertes künstlerisches Mitglied stand ich im Austausch mit Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen und mit Prof. Dr. Sarah Moser vom New Cities Lab der McGill University in Montreal. Meine daraus resultierende Video-Installation wurde im Februar 2023 in einem Leerstand in der Kieler Innenstadt ausgestellt. Um so die Kernfrage wie wir in Zukunft Leben wollen in den Stadtraum zurückzuspiegeln.
Utopia is dead vol. I, Fotografie, 150cm x 450cm, 2018
Die Wandinstallation „Utopia is dead vol. 1“ ist ein Panoramabild. Es ist unterteilt aus ingesamt 72 einzelnen DIN A3 Ausdrucken, die an die Wand geklebt sind. Abgebildet ist ein Trümmerfeld aus unzähligen zerstörten Modellen, welche Im Laufe der Zeit in meinem Atelier entstanden sind. Diese Modelle fungieren für mich wie Statisten in meinen filmischen Arbeiten. Mit dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem Streben nach einer besseren Welt und dessen permanenten Scheitern. Das Panorama lässt z. B. Assoziationen zum Eismeer von Casper David Friedrich zu. Es erinnert an das endgültige Scheitern der Hoffnung, von Träumen oder dem besseren Anderswo. Trümmerlandschaften können aber ebenso ein Neuanfang sein. Meine große Hoffnung ist, dass die Utopie einer besseren Welt eben nicht tot ist, sondern wir nun erst recht alles dafür geben, nicht die Hoffnung zu verlieren. Besonders in Anbetracht der aktuellen Themen wie Pandemie, Klimakrise oder Krieg.